Samstag, den 7. 12. 02, 20 Uhr

„Zufälliger Tod eines Anarchisten“

 

Theater FreeSörSalon spielt Dario Fo

 

Der konkrete Anlaß zu diesem Stück des 1997 mit dem Nobelpreis geehrten Autors Dario Fo war der angebliche Selbstmord des Anarchisten Guiseppe Pinelli, der wegen des Verdachts, an einem Bombenanschlag beteiligt gewesen zu sein, verhört wurde und im Dezember 1969 „zufällig“ aus dem Fenster des vierten Stocks der Quästur zu Mailand stürzte. Noch ein Jahr später, zur Zeit der Uraufführung von Fos Stück, war es mehr oder minder verboten, dazu auch nur die geringste Vermutung zu äußern.

Fo schrieb damals in seiner Einleitung zum Stück: „Wir bestehen darauf, im Tod des Anarchisten einen Betriebsunfall zu sehen, überhaupt kein außergewöhnliches Ereignis“, denn im Grunde sei die Gewalt, „die Pinelli erfuhr, dieselbe tägliche Gewalt, in anderer Form, der der Arbeiter am Arbeitsplatz ausgesetzt ist.“

Fo bedient sich in seinem Stück der mittelalterlichen Gestalt des Possenreißers, mit der er szenisch an das aktuelle Zeitgeschehen herangeht, es analysiert, in grotesker Weise kommentiert und ad absurdum führt. Der Possenreißer ist in diesem Fall ein „patentierter Verrückter“, der in einer Quästur landet, weil er sich als Psychiater ausgegeben hatte...