Samstag, den 28. 9. 02, 20 Uhr
  „Marlene & Hollaender“
   Lesung und Revue

1930. Die Geburt des deutschen Tonfilms aus dem Geist des Tingeltangel machte die Kaschemmen-Sirene Marlene Dietrich und den jüdischen  Komponisten Friedrich Hollaender im Film "Der blaue Engel" über Nacht weltberühmt.

Weil die Produzenten noch eine Ballade wünschten, klimperte Hollaender probeweise auf dem Klavier herum. Der Hit "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt..." war geboren. Marlene hing der Gassenhauer bald zum Halse heraus.

Der 100. Geburtstag von Marlene Dietrich in diesem Jahr gibt Anlass für eine Rückschau. Der Akzent liegt in diesem Programm jedoch weniger auf ihren Jahren in den USA und in Frankreich, sondern auf der Zeit, die ihren Ruhm begründete. Die Berliner Jahre mit Friedrich Hollaender, dem Künstler, dessen heitere? melancholische? frivole? - jedenfalls: geistreiche Lieder und Texte unnachahmlich aus der deutschen Kabarettszene herausragen, stehen im Mittelpunkt dieser szenischen Lesung mit Musik. Die Musik verband Marlene und Hollaender stärker als irgendetwas anderes.

Erich Kästner schrieb über Hollaender: "Der unermüdliche Fanatiker der Heiterkeit... Es ist eine ernste Arbeit. Kleinkunst ? Was um alles in der Welt ist dann Großkunst?"

Ein fiktiver Briefwechsel verbindet beide Künstler in diesem Programm. Friedrich Hollaender schreibt aus seinem Exil in Frankreich, Marlene Dietrich reflektiert den Krieg mal aus den USA, mal von der Front, wo sie für die amerikanischen Truppen in einem Unterhaltungsprogramm auftrat.

Marlene Dietrich und Friedrich Hollaender: Sie im Rampenlicht, er im Schatten, sie am Mikrofon, er am Klavier - Nicole Gospodarek und Johannes Rosenstein erzählen in dieser szenischen Einrichtung Geschichten dieses ungleichen Paares.